Leitbild

Präambel

Das Bündnis für Zuwanderung und Integration ist ein Zusammenschluss von Wohlfahrtsverbänden, Vereinen der Ausländerintegration, MigrantInnenselbstorganisationen, Kirchen und Religionsgemeinschaften, Gewerkschaften und Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Auf der Grundlage der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte setzt sich das Bündnis für die Stärkung von Demokratie, Gleichberechtigung und Bürgerrechten ein.

Die Mitglieder des Bündnisses für Zuwanderung und Integration lehnen Rassismus, nationalen Chauvinismus, Antisemitismus, religiösen Fanatismus, jegliche Diskriminierung aufgrund der ethnischen Herkunft, der sexuellen Identität, des Geschlechts, von körperlicher oder geistiger Behinderung ab. Wir sind gegen Gewalt als Mittel zur Lösung von Konflikten.

Gelingende Integration ist ein zweiseitiger Prozess, der für MigrantInnen und Aufnahmegesellschaft Veränderung und Bereicherung gleichermaßen bedeutet.

Unser Ziel ist es, die Gestaltung von Zuwanderung und Integration mit der Entwicklung einer Willkommenskultur in Sachsen-Anhalt zu verknüpfen.

Eine offene, konstruktive Atmosphäre in Meinungsbildungsprozessen, die Wertschätzung von Minderheitenpositionen, ein respektvoller Umgang miteinander sind die Basis für das Zusammenwirken innerhalb des Bündnisses und zugleich Anspruch für die Gestaltung der Zusammenarbeit mit allen gesellschaftlichen Akteuren. Entscheidungsprozesse und ihre Ergebnisse werden transparent nach Innen und Außen vermittelt. Zur Mitwirkung in Foren, Arbeitsgruppen oder anderen Arbeitsformen werden Mitglieder und Nichtmitglieder des Bündnisses ausdrücklich ermutigt.

Die Tätigkeit des Bündnisses für Zuwanderung und Integration in Sachsen-Anhalt e.V. ist gerichtet auf:

1. Die Stärkung von Partizipation und Chancengleichheit

Eine wesentliche Voraussetzung für die gleichberechtigte Teilhabe an gesellschaftlichen Gestaltungsprozessen ist die Aufhebung von Benachteiligungen beim Zugang zu Bildung sowie die Wahrnehmung dieser Angebote. Dies ermöglicht sowohl eine individuelle Entwicklung als auch die Artikulation von Interessen.

Die Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements, insbesondere der Selbstorganisation von MigrantInnen, ihrer Strukturen und Gremien, öffnet den gesellschaftlichen Diskurs und bietet die Chance der aktiven Gestaltung von Zuwanderung und Integration.

Das Bündnis setzt sich für die Stärkung von Partizipation und Chancengleichheit in allen gesellschaftlichen Bereichen wie Kultur, Bildung, Ökonomie, Religion, Politik ein.

2. Die Sensibilisierung der Mehrheitsgesellschaft

Dauerhafte Zuwanderung nach Sachsen-Anhalt benötigt eine Willkommenskultur, die Migration als Bereicherung der Aufnahmegesellschaft erkennt. Die selbstbewusste Formulierung eigener Wertvorstellungen und der Respekt für andere kulturelle und religiöse Traditionen sind Grundelemente eines gemeinsamen Lebens in Achtung und Toleranz.

Die Sensibilisierung und Öffnung der Mehrheitsgesellschaft soll u.a. durch die Einbeziehung von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, Vereinen und lokalen Initiativen erreicht werden.

Das Bündnis engagiert sich für den Abbau von Fremdenangst, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus.

3. Die Mitgestaltung von Politik

Auf der Grundlage des Nationalen Integrationsplanes sucht das Bündnis nach Partnern für die Entwicklung von Ideen und Projekten, für die Formulierung und Umsetzung von Selbstverpflichtungen, für die Ausgestaltung von Instrumenten und Verfahren zu seiner Umsetzung und Fortschreibung in Sachsen-Anhalt.

Das Bündnis strebt eine aktive Einflussnahme auf politische Entscheidungsprozesse an, unterstützt als Fachgremium den regelmäßigen, nachhaltigen Dialog aller beteiligten gesellschaftlichen Kräfte und implementiert Integration als gesamtgesellschaftliche Querschnittsaufgabe.

Wir sind Lobby für die Förderung eines friedvollen und gleichberechtigten Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher Kulturen, Religionen und Nationalitäten in unserem Bundesland.

Das Bündnis widmet sich der Ausweitung der politischen Rechte aller zugewanderten Menschen. Insbesondere ist das kommunale Wahlrecht, unabhängig von der Staatsangehörigkeit, langfristiges politisches Ziel.

4. Die Wahrnehmung von Vielfalt als Chance

Insbesondere vor dem Hintergrund des demographischen Wandels hängt die Zukunftsfähigkeit Sachsen-Anhalts auch von der Bereitschaft ab, die vielfältigen Potentiale von Zuwanderung zu erschließen. Aus Vielfalt wird Wertschöpfung, wächst die Innovationskraft und Attraktivität des Wirtschafts- und Wissenschaftsstandortes Sachsen-Anhalt. Interkulturelle Erfahrungen und Kompetenzen gewinnen als Schlüsselqualifikationen zunehmend an Bedeutung. Sie fördern Kreativität und Offenheit für Neues, die Fähigkeit zur Selbstreflexion und den Umgang mit Konflikten.

Das Bündnis setzt sich für die interkulturelle Öffnung insbesondere von Politik, Verwaltung, Justiz und Polizei, Wirtschaft, Gesundheits-, Sozial- und Bildungswesen ein.

5. Vielfalt von Handlungs- und Aktionsformen

Gesellschaftliche Veränderungen erfordern einen breiten Verständigungsprozess über Inhalte und Ziele von Zuwanderung und Integration in der Bundesrepublik Deutschland und in unserem Bundesland. Zugleich unterstützt das Bündnis regionale oder lokale Initiativen und Netzwerke der Zivilgesellschaft auf diesen Gebieten. Das Bündnis nutzt alle Formen der Öffentlichkeitsarbeit und sucht den Dialog mit Entscheidungsträgern aus Politik und Verwaltung. Die Kompetenz des Bündnisses fließt ein in Anhörungen, Foren oder Fachtagungen. Über Publikationen, Positionspapiere, Stellungnahmen beeinflusst das Bündnis konstruktiv und kritisch Meinungsbildung, Entscheidungsfindung und gesellschaftliche Realität nicht nur in Sachsen-Anhalt.

Das Bündnis unterbreitet Vorschläge und gibt Impulse für die notwendige Verständigung darüber, was eine Gesellschaft der Vielfalt ausmacht!

Fassung vom 11.12.2008

 
Bündnis für Zuwanderung und Integration Sachsen-Anhalt 2012 
Geschäftsnummer VR 1379, Steuernummer 101 / 142 / 06364